26 Gut Rodehorst

Das Herrenhaus und die Legende vom „argen Ritter Rowatasche“

In alten Dokumenten von 1386/87 findet sich die früheste Erwähnung: „Claws Gelkens zahlt Pocht für die roder horst“ an den Herren von Culemborg.

1443 kam Frank von Wittenhorst als Erbpächter in den Besitz der Rodehorst. Etwa 5 Jahre später errichtete er auf dem Anwesen ein Haus. Einer seiner Nachfahren, Roeleff von Wittenhorst, verkaufte 1565 den Hof mit allem was dazu gehörte. Neuer Besitzer wurde der Graf von Culemborg, der ein Nachkaufsrecht geltend gemacht hatte.

In einem Heimatkalender von 1928 findet sich der Hinweis auf den arge(n) Raubritter,  im Volksmunde Rowatasche genannt“. Dieser soll einst auf der Rodehorst „gehaust“ haben. Die tatsächliche Existenz ist jedoch urkundlich nicht nachweisbar.

Anfang der 1570iger Jahre, nachdem der Herzog von Kleve Wertherbruch hatte besetzen lassen, fanden umfangreiche Bauarbeiten statt und die Rodehorst wurde Sitz des klevischen Verwalters.

In der zweiten Hälfte des 16. Jhds. wurde das Gut durch spanische Besatzer weitgehend zerstört. Der Wiederaufbau ging nur schleppend voran. Um 1630 verursachte ein Unwetter schwere Schäden am Haus. Danach wurde es in seiner heutigen barocken Gestalt errichtet. das Fundament steht auf langen Eichenpfählen.

1802/05 verkaufte der Graf von Wartensleben die Rodehorst an seinem Amtmann Hermanni. Sie blieb über 100 Jahre im Besitz der Familie.

Zum Ende des 2. Weltkrieges wurde hier ein Lazarett eingerichtet. Noch 1946 waren hier 36 vorläufige Grabstellen verstorbener Soldaten vorhanden (innerhalb des Grabenrings, rechts vom Gutshaus).

Die heutigen Eigentümer haben in ihren Räumen über Jahre hinweg hochrangige Konzerte angeboten und damit das Anwesen überregional bekannt gemacht.

Das Gut Rodehorst mit seinen Alleen, Grabenanlagen und dem Gutsgarten steht seit 1998 unter Denkmalschutz.

 

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