04 Die Wertherbrucher Mühle

Familiäre Müllertradition und Gastwirtschaft

Nachdem der Reichsgraf Alexander Hermann von Wartensleben 1715 die Herrlichkeit Wertherbruch erworben hatte, sollten die Untertanen ihr Getreide nicht mehr nach Werth bringen. Daher beschloss er 1718 den Neubau einer Bockwind- und Rossmühle nebst Müllerhaus. Die Wertherbrucher mussten nunmehr an der neuen Mühle mahlen lassen. „Zwangsmahlgenossen“ war die Bezeichnung dafür.

aus Aufzeichnungen aus dem Jahre 1721 wissen wir, dass ein Herr Wilhelm Buhr der erste hiesige Müller war.

Durch einen Vertrag mit dem Reichsgrafen von Wartensleben aus dem Jahr 1770 wird dessen Sohn, der bisherige Zeitpächter Wilhelm Alexander Boers, zum Erbpächter der Wertherbrucher Wind- und Rossmühle ernannt.

Im Jahr 1838 werden Bockmühle, Rossmühle, Müllerwohnung mit Stallgebäude nebst Backhaus, Schoppen, Garten, Weise und Ackerländereien als Teil des Nachlasses der Eheleute Wilhelm und Margaretha Boers öffentlich versteigert. Ersteher ist der minderjährige Enkel Wilhelm Böckeler. Nach dessen Tod heiratet seine Witwe den Müller Bernhard Terheggen.

1861 spricht sich der Wertherbrucher Gemeinderat für das Gesuch des Bernhard Terheggen aus, dort eine Schenkwirtschaft einzurichten. Die Lage sei „wegen der Entfernung von Wertherbruch und Loikum zu Bocholt und den dortigen Märkten geeignet“.

1864 brennt die Mühle durch ein Brandunglück gänzlich nieder.

Die Gastwirtschaft Terheggen wurde im April 1967 geschlossen. 

Im Eingangsbereich der Gaststätte befand sich ein halber Mühlstein, der heute leider verschollen ist.

Die heutige „Mussumer Straße“ hielt bis zur kommunalen Neuordnung 1975 unter dem Namen „Mühlenweg“ die Erinnerung an die Mühle wach.

Die Mühle zwischen der Kleinen Issel und der Issel gelegen. Ausschnitt aus einer Karte von 1794.

 
 

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