03 Gut Kaisershorst

Amtshaus und Reiterhof

Im Jahre 1448 kauften Johann von Culemborg und sein Sohn Gerhard das „Gut Willemshorst, gelegen in ihrer Herrlichkeit Wertherbruch“. Im 16. Jahrhundert wurde der Hof an Steven Keysers verpachtet. So entstand vermutlich die heutige Namensbezeichnung.

1802/1805 wurde die Kaisershorst zum gräflichen Amtshaus vor Ort. Die besondere Stellung im Dorf wird u.a. daran deutlich, dass schon vor mehr als 200 Jahren bis zur kommunalen Neuordnung die Hausnummernzählung in Wertherbruch mit der Kaisershorst als Nr. 1 begann und dies bis Mitte der 1970iger Jahre so blieb.

1841 kam es zum Streit zwischen der Bürgermeisterei Haldern und dem Grafen von Wartensleben. Es ging dabei um die Frage, ob der Graf als Eigentümer des Gutes berechtigt ist, die Kostenübernahme für bestimmte Wege- und Brückenarbeiten zu verweigern, weil er das mit der Kaisershorst verbundene Recht, seine Schafe auf dem „Communications-Wege“ (heutige Provinzialstraße), weiden zu lassen, nicht mehr ausüben durfte.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Kaisershorst mehrmals verkauft. Aus Dokumenten wissen wir, dass das Patronatsrecht, die hohe und niedere Jagd zu Wertherbruch und Mitteldonk, ein Fischereirecht in der Issel, ein Anteil am Brückenzoll in Werth und ein geschlossener Stuhl in der Kirche zu Wertherbruch („Patronatskasten“) mitverkauft wurden. 

1853 verklagte der „Rittergutsbesitzer Wilh. Weyer auf Kaisershorst zu Wertherbruch“ die Evangelische Kirchengemeinde Wertherbruch. Er Wollte so die ihm zustehenden Patronatsrechte durchsetzen. Er scheiterte in dritter Instanz durch das Urteil des Königlichen Ober-Tribunals zu Berlin. 1872 ersteigerte der Ökonom Eduard Schultz das Anwesen für 16.100 Thaler.

Das heutige Gebäude wurde im Jahre 1904 errichtet.

In der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts pachtete die Familie Holle das Gut Kaisershorst. Auf dem Anwesen wurden Traber gezüchtet und trainiert. Tierärztliche Untersuchungen gehörten teilweise dazu. die zum Hof gehörige Trabrennbahn hat eine Länge von 1.150 Meter.

Idyllisches Anwesen an der Issel. Im Vordergrund: Hedwig Schultz. Foto um 1925.

 
 

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