01 Wertherbruchs historische Grenzen

Wo der Niederrhein beginnt

Von alters her grenzen in dieser Region die Gebiete der Franken und der Sachsen aneinander. Der Unterschied ist heute noch deutlich bei den Sprechern des „Bocholter Platt“ und des „Wertherbrucher Platt“ herauszuhören.

Die „Kleine Issel“ trennt das Rheinland und Westfalen. Das Flüßchen gilt als Grenze zwischen den Regierungsbezirken Düsseldorf und Münster sowie den Kreisen Wesel und Borken. Somit trennt die Issel auch die Städte Hamminkeln und Bocholt.

Seit 1975 endet das Gebiet Wertherbruchs nördlich an der B 67. Davor reichte es bis zur Isselbrücke vor Werth und am Dierteweg weit Richtung Isselburg. Auch das Gelände des heutigen Ponyhof Leiting war bis dahin Wertherbrucher Land. Im Südwesten, an der Klevischen Landwehr vor der A3, bleibt es niederrheinisch. Hier grenzen die Kreise Wesel und Kleve sowie die Städte Hamminkeln und Rees aneinander.

Die früheste Grenzbeschreibung Wertherbruchs findet sich in einer Urkunde von 1321. Darin heißt es in etwa: Die Ländereien, die inmitten eines Gebietes liegen, das allgemein genannt wird, auf der einen Seite Segedike (heute Seewall an der Grenze zu Loikum) und auf der anderen Seite Caltuort (Kahlfurter Heide) in der Länge, und ebenso liegen auf der einen Flanke zwischen einem Berg, Wittenhorst genannt (heute Bauerschaft gleichen Namens), und auf der anderen Flanke der alten Issel (Kleine Issel) in der Breite.

Im 13. Jahrhundert lag das heutige Wertherbruch als Bruchland im Land Aspel, über das der Kölner Erzbischof bestimmte. Dadurch, dass dieser es 1296 dem Herrn von der Lecke als Lehen überließ und 1321 die Herrlichkeit Wertherbruch innerhalb der Herrschaft Werth begründete, setzte es sich von der Umgebung ab. Wertherbruch hatte in mancherlei Hinsicht eine besondere Stellung. Die Herrschenden und die Einwohner hatten dadurch vielfältige Konflikte um Grenzen und Nutzungsrechte. Manche (nicht so ernst gemeinte) Rivalitäten mit Nachbardörfer haben alte Wurzeln…

Um die Rechte und das Territorium abzustecken, schickte der Klever Herzog 1550 eine Grenzkommission. Die örtlichen Gerichte befragten die ältesten Bewohner, um die ursprünglichen Rechtsverhältnisse zu ermitteln.

Zwei historische Bespiele für Grenzkonflikte: 1574 ging es nach der klevischen Besitznahme um die Grenzen zwischen Wertherbruch und Werth. 1694 war die Grenzziehung zwischen der Herrschaft Werth mit Wertherbruch und Isselburg streitig.

 

zurück zur Übersicht