07 Seewall

Kein See, aber ein bemerkenswerter Grenzgraben

Wenden Sie den Blick geradeaus und dann nach links! Dort bei der Allee mit den hohen Eichen befindet sich der Seewall. Er markiert die Grenze zwischen Wertherbruch und Loikum. Angelegt wurde er wahrscheinlich im Zuge der Urbarmachung des Werther Bruchs im 14. Jahrhundert.

In der Urkunde von 1321 wurde der Seewal erstmalig erwähnt. Dort wird er „Segedike“ genannt. In einer Zeichnung von 1573 führt der „Segedyck“ aus Richtung Wittenhorst kommend bis zur Wertherbruch-Loikumer Grenze an der Issel.

Um 1640 setzten sich die Wertherbrucher bei ihrer gräflichen Herrschaft dafür ein, dass der Verlauf des Seegrabens nicht wegen eines anstehenden Besitzerwechsels in Loikum durch den Ort Wertherbruch verlegt wird. Dies würde zum „Verderb der Wertherbrucher“ führen.

In früheren Zeiten wurde der Wall bei hohen Wasserständen von mehreren Wertherbruchern rund um die Uhr bewacht. So sollte verhindert werden, dass dieser von Loikumer Seite durchgraben wurde. Ansonsten hätte das Hochwasser aus dem Nachbargebieten Wertherbruch geflutet. Erst in den 1960iger Jahren sorgte ein Pumpwerk in Loikum für Entlastung. 

Der Seewall setzt sich auf der anderen Seite der Autobahn A3 fort. Auch dort ist noch Wertherbrucher „Territorium“! Der Wall endet an der Kleveschen Landwehr (siehe Stele 19).

Der Seewall ist ein historischer Damm und eingetragenes Bodendenkmal.

Aus der Denkmalbeschreibung von 1981 ergeben sich folgende Maße: Der Seewall ist 1700 Meter lang, die Dammbreite beträgt 7,5 Meter, die Dammhöhe 1 – 1,5 Meter. Beidseitig ist der Damm von einem Graben mit einer Breite von jeweils 3 Meter begleitet. Diese Gräben haben eine Tiefe von 0,2 – 0,6 Meter. Diese dienen noch heute teilweise dem Hochwasserschutz.

Als Grenze hat der Seewall ausgedient.
Die Nachbardörfer pflegen ein freundschaftliches Verhältnis zueinander und die Letzten Versuche der Durchgrabung liegen über 100 Jahre zurück!

zurück zur Übersicht