10 Alte Evangelische Volksschule

Über 300 Jahre Schultradition im Schatten der Kirche

Die „Weseler Klasse“ – ein Zusammenschluss evangelisch-reformierter Gemeinden – drängte 1611 auf die Einrichtung des Schulbetriebs in Wertherbruch. Ein Schulmeister wird erstmals im 1648 erwähnt.

Das Gebäude aus jener Zeit ist nicht mehr erhalten. Es befand sich wahrscheinlich an dieser Stelle. Hier unterrichteten von 1751 bis 1850 mehrere Generationen der Familie Bolte, bzw. ein Schwiegersohn der Familie, die Wertherbrucher Schulkinder.

Wegen des geringen Lehrergehaltes betätigte sich der Schulmeister regelmäßig auch als Vorsänger, bzw. Organist und Küster, wodurch er von der Kirche ein weiteres Einkommen bezog.

Mit Hilfe von Spendengeldern wurde die Schule 1787 erweitert und um 1822 durch einen Nachfolgebau ersetzt. Am 17. Juli 1863 beschloss der Gemeinderat die Kosten für die Anschaffung von Turngeräten und einen Turnplatz zu übernehmen.

In der einklassigen Schule wurden seinerzeit mehr als 110 evangelische Kinder unterrichtet. Die katholischen Kinder des Dorfes besuchten die Schule in Loikum bzw. Werth.

Aufgrund zunehmender Enge wurde die Schule 1877 neu gebaut. Diese bot Platz für weitere 60 Kinder, inklusive einer Lehrerwohnung im Obergeschoß (das Gebäude befand sich auf dem heutigen Eckgrundstück des Bürgerparks).

Nur 23 Jahre später erfolgte auf dem Grundstück der ersten Schule der Neubau einer nunmehr zweiklassigen „Evangelischen Volksschule“ mit zwei Lehrerwohnungen. Das im Jahre 1900 entstandene Gebäude steht im erhaltenen Zustand vor uns.

Am 18. Mai 1961 endet der Unterricht in diesem Schulgebäude. Es wird umgebaut zu einem Mietshaus der Evangelischen Kirchengemeinde Wertherbruch mit 5 Wohnungen.

Die Wertherburcher freuen sich, auch heute noch eine Grundschule zu besitzen, was den Ort für Familien mit Kindern ausserordentlich attraktiv macht.

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