02 Die Issel

200 Kilometer bis zum IJsselmeer

Nicht weit weg von hier – in Raesfeld – befindet sich die Isselquelle. Von dort aus schlängelt sich die Issel parallel zum Rhein ca. 81,5 Kilometer bis nach Doesburg in den Niederlanden. Dort geht sie in die IJssel über, welche schliesslich im gleichnamigen Meer mündet. Die Flussabschnitte tragen unterschiedliche Namen: Westfälische Issel, Obere Issel, Mittlere Issel, Untere Issel und Oude IJssel. In die Issel selbst münden u.a. die Klevesche Landwehr und die Kleine Issel. Die Issel ist ein „Gewässer 2. Ordnung“ und gehört den Eigentümern der Ufergrundstücke. Diese haben das Fischereirecht.

Die heutige Straße „Isseldeich“ war Teil des Wertherburcher Hochwasserschutzes. In einer Urkunde von 1437 wird der Isseldeich bereits namentlich erwähnt. Als es 1573 darum ging, das sich die Wertherbrucher an den Kosten für den Rheindeich beteiligen sollten, verweigerten sie dies mit dem Hinweis, dass sie „das Dorf durch einen besonderen Deich schützen“.

Ein Sabotageakt sorgte in der Nacht vom 23. auf den 24. Mai des Jahres 1714 für Aufsehen: Unbekannte sägten eine „vor undenklichen Zeiten am Hof ‚Wemmer‘ am Isseldeich errichtete Herrschaftliche Isselbrücke“ in der Mitte durch. Der Hintergrund zu der Tat, und ob die „Bösewichter“ ausgemacht und bestraft wurden, ist unbekannt.

Hochwasserschutz wurde seit dem 19. Jahrhundert immer bedeutender. 1845 erging das Reglement der Königlichen Regierung zu Düssedorf „über die Ordnung und Räumung des Isselflusses“ mit detaillierten Bestimmungen „zur Verbesserung der Vorflut“. Am 9. Juni 1861 waren Wertherbruch und Isselburg durch das Austreten der Issel schwer betroffen. Die Königliche Regierung bewilligte eine „Hauskollekte in der Rheinprovinz“ zur Unterstützung. Um die Grundstücke im Flussgebiet der Issel vo Wemmershof in Wertherbruch abwärts bis zum Übergang in die Niederlande „vor unzeitigen Ueberschwemmungen zu sichern“ verordnete der preußische König vom 16. September 1863 die Vereinigung der Eigentümer dieser Grundstücke unter dem Namen „Genossenschaft zur Regulirung der Issel“. Die Genossenschaft bekam klare Aufträge, wie der Hochwasserschutz umzusetzen sei.

Am 15. August 1938 erliess der Landrat des Kreises Rees die Satzung des „Wasser- und Bodenverbandes Neue Untere Issel“ mit Sitz in Isselburg. Zu den Mitgliedern gehörten bereits besehende Genossenschaften sowie Grundstückseigentümer aus anliegenden Gemeinden.
Besonders das groé Isselhochwasser im Jahr 2016 hat gezeigt, das der meist ruhige Fluss auch „ganz anders kann“. Schutzmassnahmen sind ein wichtiges und aktuelles Thema.

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