21 Ehrenmal

Vom Scheibenschießen zur Gedenkstätte

Nach einer Akte aus dem Jahr 1809 handelte es sich bei dem Grundstück, auf dem sich das Ehrenmal befindet, um den „Schüttenwall“, auf dem die Junggesellen jährlich ihr Scheibenschießen hielten. Bereits damals war seit „undenklichen Jahren“ die Ortschaft Wertherbruch „in dem ruhigen und ungestörten Besitze des Schüttenwalls“.

Schützenwesen und Vogelschließen ist in Wertherbruch ab 1510 nachweisbar und dürfte sagar noch älter sein.

Schon vor 1879 stand hier das „Spritzenhaus“, in dem sich Feuerlöschgeräte und zwei Arrestzellen zur Verfügung des Dorfpolizisten befanden.

Nach dem 1. Weltkrieg wurde in einer Gemeinderatssitzung vom 12. Oktober 1920 erstmals das Gesuch des Kriegervereins Wertherbruch auf Genehmigung eines Zuschusses „zur Errichtung eines Gedenksteins für die gefallenen Krieger“ mitgeteilt.

Einschließlich der Kosten für die Enthüllungsfeier 1922 wurden insgesamt mehr als 12.000 Mark über den Spar- und Darlehnskassenverein Wertherbruch finanziert. Für die Realisierung zeichnete ein örtlicher Denkmalsausschuss verantwortlich.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Ehrenmal erweitert und die Gedenkstätte mehrfach umgeändert.

In Planung ist eine weitere Umgestaltung mit zusätzlichen Inschriftplatten, um an zahlreiche Kriegsopfer zu erinnern, die seinerzeit aus unbekannten Gründen nicht berücksichtigt wurden.

Weil sämtliche Bestimmungs- und Nutzungsstrukturen noch vollständig ablesbar sind, und wegen der Integratin der Anlage an historischer Stelle, stehen Denkmal und die umgebende Freifläche unter Denkmalschutz.

Unterhalt und Pflege werden seit jeher durch die Kommunalgemeinde und Wertherbrucher Vereine getragen. Zu Schützenfest und Volkstrauertag wird alljährlich unter der Regie des Wertherbruch Schützenvereins an die Opfer von Krieg und ziviler Gewalt erinnert.

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