17 Reichsarbeitdienstlager

Arbeitseinsatz und ideologische Indoktrination der Jugend

An dieser Stelle auf „Kösters Wiese“ befand sich das „Reichsarbeitsdienstlager 3/210“. Es wurde im Sommer 1934 an der „Adolf-Hitler-Straße“, wie die Wertherbrucher Straße damals hieß, errichtet.

Das Lager war nach dem Schillschen Offizier Carl von Wedell benannt (1786 – 1809).

Der Reichsarbeitsdienst (RAD) war eine große Organisation im nationalsozialistischen Deutschland. Ziel war es einerseits, die Auswirkungen der Arbeitslosigkeit zu mildern; andererseits, die Menschen zu militarisieren und sie mit der nationalsozialistischen Ideologie zu indoktrinieren. RAD-Lager waren offizielle staatliche Einrichtungen.

Nach der Lehre stand in dem Wertherbrucher Lager für die jungen Männer sechs Monate lang harte Handarbeit an. Sie wurden zur Regulierung der Issel und zur Aushebung von Gräben herangezogen sowie für den Bau von kleineren Brücken. Als Werkzeuge dienten Spaten, Schaufel und schwere Holzschiebkarren.

Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges 1939 wurde das Lager vom weiblichen Arbeitsdienst übernommen (Lager 3/105). Die „Arbetsmaiden“ unterstützten in den umliegenden Dörfern kinderreiche Mütter und Bäuerinnen, deren Männer zum Kriegsdienst eingezogen waren.

Nach Kriegsende wurden die Baracken abgebaut und zum Teil anderorts als Notunterkünfte genutzt.

 

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