16 Alte Industriemühle

Eine Rarität – aus dem „Dornräschenschlaf“ erweckt

Der 1879 in Aalten geborene Müller Hendrikus Marius Maarschalkerweerd bewirtschaftete ab 1903 die Mühle in Suderwick. Am 12. September 1906 bezog er mit seiner Familie die neu erbaute Mühle an der Wertherbrucher Straße.

Hierbei handelt es sich um eine Industriemühle mit einer zur damaligen Zeit neuartigen Antriebstechnik. Der Antrieb erfolgt über einen Sauggasmotor nebst Gaserzeugungsanlage.

Bemerkenswert ist, dass die Mühlentechnik im Gebäude vollständig erhalten und betriebsfähig ist. Die Getreidemühle hat drei funktionsfähige Mahlgänge. Es gibt kaum vergleichbare Objekte in Deutschland.

Wenige Jahre nach dem Bau der Mühle kam als Erweiterung eine Bäckerei mit einem großen Ofen hinzu, der noch heute besteht.

1936 übergab der Vater seinem Sohn Heinrich die Leitung der Mühle.

Aus erhaltenen Rechnungen wissen wir, dass Heinrich das Angebot ausweitete und zusätzliche Geschäftsfelder erschloss: Getreide- und Kunstdüngerhandlung, Kolonialwaren, Güternahverkehr, Geflügelhandel … . 1955 bewarb sich Heinrich Maarschlkerweerd vergeblich um die Konzession einer Lottoannahmestelle.

Kurios war die Entwicklung der Telefonnummer: Erst die „2“, dann „62“ und schließlich die „162“ (diese Entwicklung machten übrigens auch andere frühe Anschlussinhaber in Wertherbruch durch).

Mit Heinrichs Tod endete 1957 der Mühlenbetrieb. der Kolonialwarenhandel wurde zunächst noch weiter betrieben.

Die Industriemühle Maarschalkerweerd fiel ein halbes Jahrhundert in einen „Dornröschenschlaf“. Erst vor einigen Jahren wurde sie von den jetzigen Besitzern wieder zu neuem Leben erweckst und kann an bestimmten Tagen besichtigt werden.

 

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