13 Holsteg

Die Institution im Mittelpunkt des Dorfes

Die Wurzeln des Anwesens gehen auf das 17. Jahrhundert zurück. Schon 1674 wurde bei dem Besitzer Jan Silvolt eine Biersteuer erhoben. In einem alten Dokument heißt es, dass plündernde französische Soldaten ihm „ein gebrautes Bier“ stahlen.

Im 18. Jahrhundert wurde Bernd Seldenryck der Eigentümer der Schenke. 1776 fand ein öffentlicher Termin in einer Grundstücksangelegenheit „an Seldenricks Haus“ statt.

Seit mindestens 1837 war der Wirt und Krämer Peter Hopermann aus Brünen mit seiner Familie Besitzer. Andere Krämer gab es zu dieser Zeit hier nicht. 1854 setzte sich der Gemeinderat dafür ein, dass das örtliche Steuerempfangslokal bei Hopermann im „Mittelpunkt der Gemeinde“ verbleibt.

Bei einem Brandunglück im Herbst 1860 verbrannten im „Hopermannschen Haus“ die beiden Fahnen des Junggesellen-Schützenvereins. Ob das ganze Anwesen Opfer der Falmen wurde, ist nicht bekannt. Später wurde ein kleinerer Tanzsaal im Obergeschoss des Wohnhauses eingerichtet.

1887 kaufte Johann Holsteg mit seiner Frau Wilhelmine das Anwesen mit zugehöriger Landwirtschaft. Bei Holsteg gab es neben den Erzeugnissen der eigenen Bäckerei so ziemlich alles zu kaufen, was man im Alltag benötigte: Briketts, Getreide- und Futtermittel, Kolonial-, Glas- und Eisenwaren, Haus- und Küchengeräte, Sämereien, Drogen (Arzneimittel). Zeitweilig gehörte sogar eine Tankstelle zum „Wertherbrucher Supermarkt“!

Die (unterhaltsame) Historie der Telefonnummer: Anfänglich die“3″, später 73, dann 173 und schließlich 873.

1899 wurde ein Saal angebaut. Mit einer Erweiterung, die etwas später hinzu kam, bot der Festsaal ca. 350 Personen Platz. Schützenfeste und viele andere Veranstaltungen fanden bis zu Schließung 1970 in „Holstegs Saal“ statt. Wer erinnert sich?

1904 wurde eine Bauerlaubnis zur Vergrößerung der Backstube beantragt. Nicht nur bei den Wertherbruchern sind Holstegs Brötchen, Bienenstich und Schwarzbrot bis heute legendär.

Die Gastwirtschaft wurde Anfang der 1970iger Jahre geschlossen. Der Einkaufsmarkt REWE schloss Ende 2001 seine Türen, einhergehend mit der Euro-Umstellung.

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